„Der Vorsteuerausschluss hat es in sich“
Interview mit MMag. Dr. Sandra Huber, LL.M., Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin
Frau Dr. Huber, welche Änderungen sollte die Steuerbranche aktuell am Schirm haben?
Den Vorsteuerausschluss für Luxusimmobilien. Spannend ist weniger das Schlagwort, sondern die Frage, welche Objekte konkret betroffen sind und wie die ertragsteuerliche Beurteilung dazu zusammenspielt. Das hat es in sich, das betrifft Investitionen, laufende Abrechnung etc, und kann teuer werden.
Bevor wir einsteigen: Was ist das Seminar Oberlaa und für wen ist es gedacht?
Das Seminar Oberlaa ist eine kompakte Fortbildung für Steuerberatung und Buchhaltung, bei der wir die wichtigsten gesetzlichen Neuerungen und Praxisfragen strukturiert durchgehen. Es richtet sich an Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Buchhaltung, Bilanzierung, wo man nicht nur Wissen tanken, sondern das Wissen in der täglichen Arbeit auch richtig anwenden will.
Was ist heuer der rote Faden im Programm?
Viele Änderungen wirken auf den ersten Blick wie Details, haben aber enorme Konsequenzen, wenn sie übersehen werden. Deshalb schauen wir uns an, was sich tatsächlich ändert bzw. wo typische Fehlannahmen entstehen.
Starten wir bei Steuererklärung und Veranlagung. Was sticht heraus?
Erstens die Steuerpflicht von Personen-Risikoversicherungen, insbesondere die Unterscheidung zwischen Einmalauszahlung und Rentenform. Hier gibt es eine Klarstellung des Gesetzgebers, die in der Beratung eine saubere Einordnung verlangt. Zweitens die Forschungsprämie: Antragstellung, begünstigte Aufwendungen und Neuerungen. Wer hier die Systematik kennt, kann Mandanten sicher durch die Anforderungen führen und Rückfragen der Finanz deutlich reduzieren.
Sportler und Steuer klingt nach Randthema, warum ist das wichtig?
Im Mittelpunkt steht die Kombination von Freiwilligenpauschale und pauschalen Reiseaufwandsentschädigungen. Wir besprechen, wie man diese Kombination korrekt abbildet und wo die Grenzen liegen. Das kann tatsächlich viele Sportvereine in Österreich betreffen.
Ein weiteres Thema ist das Verfahrensrecht und die Kanzleiorganisation. Was ist der Kernpunkt?
Das digitale Abgabenverfahren wird systematisch neu konzipiert, inklusive FinanzOnline, elektronische Signaturen und Siegel. Das ist nicht nur ein technisches Update. Es verändert Abläufe, Verantwortlichkeiten und wirft auch Fragen auf.
Im Bereich Sicherung des Steueraufkommens und Betrugsbekämpfung sind zwei Punkte im Programm. Warum sind die so wichtig?
Antwort: Die Meldepflicht für Krypto-Dienstleister wird Auswirkungen auf private Anleger haben, weil Transparenz und Nachvollziehbarkeit deutlich zunehmen. Und die Auftraggeberhaftung im Baubereich wird auf weitere Sachverhalte ausgeweitet. Das ist für viele Unternehmen relevant, weil es Prozesse und Prüfungen beeinflusst, nicht nur Einzelfälle.
Zum Abschluss Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Sozialversicherung: Was müssen Praktikerinnen und Praktiker hier wissen?
Antwort: Zum einen die Weiterbildungskarenz, also Bildungskarenz neu, und der Zuverdienst während der Arbeitslosigkeit unter den Bedingungen des AMS. Das sind Themen, zu denen Unternehmen und Mitarbeitende gerade viele Fragen haben. Zum anderen die Prüfungsabgabe im Fall von Sozialbetrug mit erweiterten Auskunftspflichten. Hier ist es wichtig, die Pflichten zu kennen und die richtigen internen Abläufe zu haben.
Was sollen Teilnehmende nach dem Seminar mitnehmen?
Vor allem Sicherheit: Welche Neuerungen sind sofort umzusetzen, welche Fälle sind besonders prüfungsanfällig und welche Schritte sind zu setzen, damit alles am Ende einfach, sauber und nachvollziehbar bleibt.